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Bloß keine Angst vor Diktaten!

 
25. September 2008
Bloß keine Angst vor Diktaten!
Kategorie: Schule
Öfter mal ein Diktat schreiben!

Diktate dienen in der Pädagogik seit jeher sowohl als Übungsmethode wie auch als Meßinstrument für die Kenntnis der Rechtschreibung. Ein diktierter Text macht die Leistung sichtbar. Man kann daraus ersehen, ob der Proband die allgemein anerkannten und üblichen Schreibweisen beherrscht oder nicht.

Daran ist nichts Verwerfliches.

Und dennoch: Diktate sind unbeliebt. Diktate erscheinen manch wohlmeinenden Pädagogen als eine Art vorsintflutlicher Methode der Unterdrückung und Bloßstellung. Dabei verlieren wir das Positive aus dem Blick: Gelernt zu haben, sich nach kulturellen Vereinbarungen schriftlich fehlerfrei mitteilen zu können, bereitet schlicht und einfach Freude!

Wer auf Diktate verzichtet und meint, dadurch die Situation der lernschwachen Schüler zu verbessern, begeht einen Irrtum. Er handelt wie ein Arzt, der sich grundsätzlich weigert, Temperatur und Puls zu messen. Wäre so etwas menschenfreundlich? Würde es den körperlichen Zustand eines Kranken verbessern? Wohl das Gegenteil wäre der Fall: es fehlen Anhaltspunkte, um nötige Vorkehrungen zur Genesung zu treffen. Diktatverweigerung ist eine Art Realitätsverweigerung!
So wenig wie Fiebermessen Körperverletzung oder Angstmache ist, so wenig ist das Diktatschreiben eine Methode aus der Mottenkiste der Schwarzen Pädagogik. Alles kommt auf die freundliche Atmosphäre an, in der gemessen und geprüft wird. So einfach ist das. Wer Diktate mißbraucht, um persönliche Macht zu demonstrieren, schafft dies auch mit anderen, harmlos erscheinenden Methoden der Pädagogik.

Deshalb: Laßt uns öfter mal ein Diktat schreiben!

Karin Pfeiffer

 


Kommentare zu diesem Beitrag:
von eknis (22. August 2012, 19:40):
Ja, genau, nur über Diktate übt sich die richtige Rechtschreibung und außerdem wird das Schreiben an sich geübt. Mein Eindruck ist, das diese Grundfertigkeiten heute in der Grundschule nicht mehr vermittelt/ausreichend geübt werden und somit elegant auf das Elternhaus deligiert werden (und damit wahrscheinlich auch Kinder aus bildungsferneren Elternhäusern weniger gefördert werden). Und mit diesen kurzen Diktaten ist das Üben schnell und einfach täglich möglich!
 
von Anna B. (25. August 2012, 06:59):
@ eknis,
Ihr Eindruck ist richtig. Ich habe die Entwicklung als Mutter und Großmutter persönlich verfolgt. Während meine jetzt erwachsenen Kinder in den Siebziger und Achtziger-Jahren gelegentlich Diktate schrieben, sehe ich an den Enkeln, daß da überhaupt nichts mehr läuft. Früher konnte man in jeder Buchhandlung Diktatbücher kaufen, heute sucht man das vergeblich – es sind alles mehr oder weniger Spielereien, ich kann damit nichts anfangen und habe mir halt für die Enkelkinder selbst Texte aus Kinderbüchern herausgeholt. Gibt es denn so etwas wie ein inoffizielles Diktatverbot? Eine Lehrerin sagte zu mir Diktate seien überflüssig, ja schädlich. Sie sagte glaube ich auch das: "Schwarze Pädagogik". Wie soll ich das begreifen?
Bei Diktaten wird die Leistung beim Rechtschreibung sichtbar, und man kann die Ergebnisse miteinander vergleichen. Vielleicht ist das der Punkt, weshalb keine Diktate mehr geschrieben werden. Es soll ja nicht sichtbar werden, wenn ein Kind besser oder schlechter ist als die anderen.
Den Schaden haben vor allem - auch wenn es paradox klingt - die Schüler aus benachteiligten Elternhäusern. Ich kriege das mit, wenn meine Enkelkinder erzählen. Auch das verstehe ich nicht: man hört doch immer wieder, dass besonders den schwachen Kindern geholfen werden soll. Und dann hilft man ihnen nicht einmal, richtiges Schreiben zu lernen.
Korrekt schreiben zu können ist meiner Meinung nach das Fundament der Bildung.. Wer nicht richtig schreiben kann, läuft irgendwann an die Wand. Vielleicht noch nicht in der Schule, auch nicht im Studium, weil man auch da sehr großzügig ist (kopfschüttel), aber spätestens im Berufsleben. Da wird ein wüst-falsches Geschreibsel nicht mehr gern gesehen. Einen anspruchsvollen Beruf kann nur der ausüben, der richtig schreiben kann.

Vielleicht kann auch Frau Pfeiffer noch etwas dazu sagen.
 

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