Buchsuche:
  Startseite
 
Tagebuch:
mal ernst, mal heiter
Kunden in der Schweiz Kunden in Österreich Der Stolz Verlag stellt sich vor Kontakt  

Kategorie: Anekdoten

 
05. Januar 2015
Guten Morgen, Herr Lehrer
Kategorie: Anekdoten

Unterricht an der einklassigen Dorfschule

(Westerwald 1962/63)

 

Es war einmal eine einklassige Dorfschule, im Volksmund Zwergschule genannt. Die Struktur dieser Schule war simpel: Alle Jahrgangsstufen von eins bis acht wurden in einem Raum unterrichtet. Jede Gemeinde, insbesondere auf dem flachen Lande, egal wie klein sie war, hatte ein Anrecht auf ihre eigene Schule. In der guten Schulstube der Zwergschule in Dreifelde, in der ich Lehrer war, sah das wie folgt aus: Diesen Beitrag zu Ende lesen »

 
03. Dezember 2014
Der riesengroße Weihnachtsbaum
Kategorie: Anekdoten

Weihnachtseinkäufe
Leipzig (Sachsen) 1979

Der Weihnachtsbaum mußte gekauft werden. Einmal, wir Kinder waren vielleicht acht und drei Jahre alt, hatte mein Vater dazu keine Zeit, und meine Mutti mußte sich auch noch darum kümmern. Also nahm sie uns bei der Hand und marschierte mit uns in Richtung Stötteritz-Zentrum, das etwa 25 Minuten von unserer Wohnung entfernt lag. Diesen Beitrag zu Ende lesen »

 
23. November 2014
Englischunterricht im Grundkurs
Kategorie: Anekdoten
Der Prüfling

(30.10.1979)

An unserer Schule ist der Englischkurs geteilt. Der sogenannte Grundkurs setzt sich zusammen aus den schwächsten Schülern aller Parallelklassen. Dort haben die Schüler buchstäblich keinen „Grund“ unter den Füßen.

Grundkurs 9. Klasse, Unterrichtsbeginn. Ich ersuche um Ruhe und weiß doch zugleich: genausogut hätte ich einen Wasserfall bitten können, mit dem Rauschen aufzuhören. Diesen Beitrag zu Ende lesen »

 
17. Oktober 2014
Große Pause
Kategorie: Anekdoten

Große Pause

 

Ging-gong-gong.
Nacheinander trudeln sie ein, schleudern ihre Taschen auf die Stühle (fast so gekonnt wie die Schüler), eilen zur Kaffeemaschine. Einige sitzen schon und gießen das mitgebrachte Getränk in die Tasse. Einer nach dem anderen nimmt seinen Platz am langen Tisch in der Mitte des Lehrerzimmers  ein. Noch ist es relativ ruhig, die sprachlichen Äußerungen stehen festumrissen und klar im Raum.  

„Schwachsinn kann man feststellen.“

Zustimmendes Nicken ringsum, Grinsen, ja aber klar doch.

Butterbrotpapier raschelt, Löffel schlagen klirrend an das Porzellan der Tassen. Diesen Beitrag zu Ende lesen »

 
12. September 2014
Beim Diktat
Kategorie: Anekdoten

Säh mir Kohl an

„Der Landwirt richtet sich mit der Feldarbeit nach dem Wetter. Sä mir Kohl an!“ Mit diesen Sätzen begann das erste Diktat im neuen Schuljahr. Mephisto, wie die Klassenkameraden den Deutschlehrer nannten, stand vor der Tafel und diktierte. Mir waren die Unterrichtsgepflogenheiten in der neuen Umgebung noch fremd, hatte ich doch gerade den Wechsel von einer kleinen Dorfschule in die große Stadtschule hinter mir. Deshalb traute ich mich auch nicht nachzufragen, als mir der Sinn des zweiten Satzes im Diktat etwas kryptisch anmutete. Andere Länder, andere Sitten, sagte ich mir und schrieb eifrig mit, die anderen schreiben ja auch. Diesen Beitrag zu Ende lesen »

 
15. Januar 2014
Vergeblichkeit
Kategorie: Anekdoten

Der Prüfling

Englischunterricht im „Grundkurs“

An unserer Schule ist der Englischkurs geteilt. Der sogenannte Grundkurs setzt sich zusammen aus den schwächsten Schülern aller Parallelklassen. Dort haben die Schüler buchstäblich keinen „Grund“ unter den Füßen.

Grundkurs 9. Klasse, Unterrichtsbeginn. Ich ersuche um Ruhe und weiß doch zugleich: genausogut hätte ich einen Wasserfall bitten können, mit dem Rauschen aufzuhören. Diesen Beitrag zu Ende lesen »

 
23. April 2013
Eine wahre Geschichte aus alten Zeiten
Kategorie: Anekdoten
  Das Wechselgeld
von Veronika Weinreich

Es war im September 1956, die Schule hatte gerade wieder begonnen. Als wir am Mittag nach Hause kamen, stand das Essen bereits auf dem Tisch. Es gab Erbseneintopf. Noch während wir aßen, sagte der Vater: „Morgen geht ihr in den Nachbarort und holt drei Hendl ab.“ Und Mutter fügte hinzu: „Der Bauer hat uns am Vormittag besucht, mit dem haben wir es ausgemacht.“ Diesen Beitrag zu Ende lesen »

 
26. Juni 2012
Höchste Zeit für Ferien!
Kategorie: Anekdoten

Ende Juni im Lehrerzimmer

Man merkt — das Schuljahr neigt sich seinem Ende zu. An der Stirnseite im Lehrerzimmer befindet sich ein offenes Regal, wo sich im Laufe der Monate so allerlei angesammelt hat. Zwischen vergilbten und verknitterten Matrizen lauern zwei Stinkbomben, daneben lagern drei Plastikspritzengehäuse. Einige Bücher haben bei einer günstigen Gelegenheit ihren aufrechten Stand verlassen. Diesen Beitrag zu Ende lesen »

 
12. Juni 2012
Vom Zuhören
Kategorie: Anekdoten

Hintergrundgeräusch Lehrer

1983


Lehrer: »Ihr schreibt jetzt die Seiten 14 und 15 ab. Seite 16 nicht mehr!«
Schüler: »(fällt dem Lehrer ins letzte Wort) Was sollen wir schreiben? Seite 16?« Diesen Beitrag zu Ende lesen »

 
26. April 2012
Scheiß-Schule!
Kategorie: Anekdoten
Scheiß-Schule!

Aus versicherungsrechtlichen Gründen ist es den Schülern verboten, sich in der Pause vom Schulhof zu entfernen, auch wenn es bloß ein paar Schritte sind. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite ist ein Metzgerladen, Magnet und ewige Versuchung für die hungrigen Buben und Mädchen auf dem Schulhof. In unserem alten Schulgebäude gibt es keine Kantine. Wer sein Pausenbrot zu Hause vergessen hat, muß hungern. Diesen Beitrag zu Ende lesen »

 
17. April 2012
Intimitäten
Kategorie: Anekdoten

Schüler und Lehrer: wieviel Vertrautheit darf es geben?

Ich bin auf dem Weg zur 6a im ersten Stock, Englischstunde. Im Flur vor der Klassentür knubbelt sich eine Schülertraube. Kollegin M. löst sich aus dem Gewimmel und kommt auf mich zu. Sie ist blaß und sieht mitgenommen aus. Zwei Mädchen flankieren sie, eines trägt ihre Tasche. Frau M. sagt zu mir: »Ich nehme mir zwei Schülerinnen zum Helfen mit, mir ist so schlecht.«
Mühsam geht sie die Treppe hinunter. Entsetzt frage ich die zurückbleibenden Schüler, was denn los sei mit Lehrerin M. Ein Mädchen sagt: »Ooch, der ist bloß schlecht. Das ist immer so, wenn sie ihre Tage kriegt.« Und ein Junge karrt nach: »Ham se jehört, Frau Pfeiffer? Die hat ihre Periode.« Die anderen stehen herum und grinsen.

Das war im Jahr 1983.
Und wie ist es heute?

Karin Pfeiffer

  
 
24. März 2012
Sich entschuldigen
Kategorie: Anekdoten

An dieser wahren Geschichte aus dem Klassenzimmer mag man erkennen, dass reine Formalismen nichts taugen, wenn das Herz nicht dabei ist. Eine Entschuldigung der mechanischen Art ist so gut wie keine Entschuldigung. Vielleicht ist sie sogar schlimmer.

In den letzten Jahrzehnten bestand zunehmend die Notwendigkeit, sich mit den Schülern über deren Sozialverhalten auseinanderzusetzen. Meist geschah und geschieht dies über Kritik oder auch lehrreiche Lesestücke — verbunden mit moralinsauren Unterrichtsgesprächen. Diesen Beitrag zu Ende lesen »
 
31. Januar 2012
Unsere Nationalhymne - einmal anders
Kategorie: Anekdoten
Unsere Nationalhymne

Virtuose Abwandlungen und meisterhafte Variationen eines Themas (Opus 334, Sammelverzeichnis Pfeif-Sto)

Es spielt: die 5 b der Hauptschule H.
Ort der Darbietung: Klassenraum der 5 b, erste Etage Neubau

Unsere Nationalhymne
Unsere Nazinol Lild
Unnsere Deutsche Hünde
Unsere Natzunahlhunnde
Usere Natsonaslhode
Unsere Nationhyinde
Unser Natzjonalhümde
Unsere Natzionalhunde
Unsere Nationalbedienen
Unsehr Nationalelehodinn
Unsäre Nadzunalhymde
Unsarenasalhümme
Unsar Enasalhimmel


Anmerkungen zum Vortrag

Die 11jährigen Knaben und Mädchen zeigten eine eindrucksvolle Leistung, das darf ohne Übertreibung festgestellt werden. Obwohl sie vierzehn Tage lang vor der Aufführung täglich zum Üben einer einzigen schriftlichen Variante angehalten worden waren, sprühten die Darbietungen geradezu vor Originalität. Mit unverdorbener Begeisterung gingen die Jungen und Mädchen ans Werk. Trotz sturen Vorlagendrills wurde ein unübertroffen hohes Maß an künstlerischem Einfallsreichtum und herzerfrischender Originalität erreicht. Wir staunen über den Mut unserer Kinder, die wie keine Generation zuvor bereit ist, die eigene Meinung vom Schreiben standhaft zu verteidigen. Das läßt voller Zuvertrauen in die Zukunft unserer Nation blicken.


 

 

 
08. Januar 2012
Frank und das Vokabelheft
Kategorie: Anekdoten

Im Unterricht
Englisch in der fünften Klasse. Ein kleiner Test steht auf dem Programm. Ich diktiere gerade die erste Aufgabe, da hebt Frank seine Hand. In der Erwartung, er wolle eine Frage zum Test loswerden, rufe ich ihn auf. Er zieht ein kleines Heftchen aus der Tasche, wedelt damit in der Luft herum und fragt: »Kann ich ein neues Vokabelheft anfangen? Das alte ist leer.« (Seltsam, alle meine Schüler sagen, das Heft sei »leer«, wenn sie ausdrücken wollen, es sei »voll« oder »vollgeschrieben«.) Diesen Beitrag zu Ende lesen »

 
06. Dezember 2011
Ein Schulhofkrimi
Kategorie: Anekdoten

 

Die List des Schulleiters

Lebensklugheit gepaart mit humorvoller Listigkeit führt im Leben oft weiter als beintrockene Gespräche. Ein Exempel dafür ist folgende Geschichte, die Frau Prasuhn für uns aufgeschrieben hat:

Vor einiger Zeit erfuhr ich vom Tod des Rektors an meiner ehemaligen Schule. Sofort kamen mir viele Erinnerungen an diesen freundlichen, humorvollen Mann, bei dem kaum ein Tag vergangen war, an dem er uns Kollegen oder seine Schüler nicht zum Lachen gebracht hatte. Für Wortspiele, lustige Verse und vor allem Witze hatte er eine besondere Vorliebe. Nie ging ihm der Vorrat aus, immer hatte er Nachschub auf Lager. Er konnte aber auch streng sein, wenn dies notwendig war. Darum hatten die Schüler durchaus Respekt vor ihm. Diesen Beitrag zu Ende lesen »
 
18. November 2011
Erziehungsversuche in der Schule
Kategorie: Anekdoten

Radiergummi und Tintenkiller

Erste Elternversammlung zum Schulbeginn einer ersten Klasse. Die Lehrerin legt minutiös dar, welche pädagogischen Intentionen sie verfolgen wird. Beifälliges Nicken unter der Zuhörerschaft.
»Soll ich auch erzieherisch tätig werden?«
»Aber selbstverständlich!«
»Wir bitten darum!«
»Gerne! Wir unterstützen Sie, so gut es geht!«
Freude, ja Begeisterung malt sich in den Gesichtern ab. Diesen Beitrag zu Ende lesen »

 
07. November 2011
»Warum machst du denn so etwas?«
Kategorie: Anekdoten

Warum mir Maximilian imponierte

Maximilian, genannt Max, gehört zu jenen Schülern, die ich nach meinem Ausscheiden aus dem Berufsleben noch immer lebhaft vor mir sehe, während andere Gesichter immer mehr verblassen oder bereits vergessen sind. Oft halten ungewöhnliche Situationen die Erinnerung wach, wobei es keine Rolle spielt, ob sie gut sind oder schlecht.

Maximilian gehörte zu meiner vierten Klasse, war Brillenträger und wirkte immer etwas eigenbrötlerisch. Er war aber kein Außenseiter, Diesen Beitrag zu Ende lesen »

 
30. August 2011
Eine Minute im Leben eines Kindes
Kategorie: Anekdoten

Abkühlung

Der kleine Bub klettert behende auf allen Vieren die hohe Steintreppe zur Haustür hoch. Oben angekommen, richtet er sich schwankend auf. Seine noch ungeschickten Händchen greifen nach den Blüten, die an langen Stengeln aus einem Trog herabhängen.
Die junge Frau tritt aus der Haustür, erblickt das Kind und ruft: »Mama, der Jimmy!«
Die ältere Frau humpelt aus dem Garten um die Hausecke. Sie erschrickt sichtbar: »Jimmy!«
Oben steht hoch aufgerichtet die junge Frau. Sie fährt sich mit der Linken durch das schulterlange Haar, wirft kokett den Kopf zurück, rückt mit der Rechten den Riemen der zierlichen Handtasche zurecht.
Die ältere Frau steht unten. »Bring ihn mit herunter«, bittet sie.
Die jüngere wirft die Haustür hinter sich ins Schloß. Schon setzt sie den Fuß auf die erste Treppenstufe. Ein kühler Wind streicht um die Hausfront an diesem heißen Sommertag, als sie sagt: »Hol ihn gefälligst selbst.«

Karin Pfeiffer


foto: Daroom / pixelio
 
 

 

 
15. November 2010
Die beste Lösung
Kategorie: Anekdoten

Juni 1984

Ich habe bei einem Verlag eine Gedichtesammlung für den Unterricht bestellt. Gleich am Tag nach der Postzustellung nahm ich es voller Vorfreude in meine zweite Klasse mit, um einige Gedichte daraus vorzulesen. Während ich in dem neuen Buch blättere, bemerke ich einige unbedruckte Doppelseiten. Ich halte das Buch hoch, zeige den Kindern die leeren Seiten und frage: »Schaut her, das ist ein neues Buch. Erst gestern habe ich es bekommen. Was soll ich jetzt bloß tun?«
Hatte ich wirklich erwartet, die Kinder würden mir raten, das fehlgedruckte Buch zurückzuschicken, um im Austausch dafür ein vollständiges Exemplar zu erhalten? O nein, weit gefehlt! Sie riefen mir in heiterem Durcheinander zu: »Schreiben Sie doch selbst ein paar Gedichte in das Buch und malen Sie was dazu!«
Ich sollte den Rat meiner braven Zweitkläßler beherzigen.

Karin Pfeiffer


Foto: Norbert Leipold/pixelio

 

 

 
11. November 2010
Wenn Kinder schreiben
Kategorie: Anekdoten

April 1985
Mein Sohn, drittes Schuljahr, soll als Hausaufgabe zwei Beschreibungen anfertigen. Die Themen darf er sich selbst aussuchen. Als erstes Thema wählt er »Das Akwarium«. Beim Lesen seiner Beschreibung bezweifle ich, ob in dem beschriebenen, phantastischen Biotop Fische überleben könnten.
Nun das zweite, frei gewählte Thema: »Der Kompjuter«. Seit einiger Zeit steht ein solcher in unserem Büro. Weil mir die Aquariumfische schon recht leid tun und ich um das Funktionieren unseres Computers ernsthaft besorgt bin, biete ich nun meine aktive Mithilfe bei den Formulierungen an. Dieses Ansinnen wird voller Entrüstung zurückgewiesen. Der Knabe schreibt tapfer drauflos und formuliert ohne jeden Anflug von Selbstzweifel: »Der Kompjuter besteht aus vier Teilen: dem Fernseher, der Schreibmaschine, dem Plattenspieler und dem Ratterkasten.« Mit dem Ratterkasten meint er den Drucker. Der Plattenspieler ist die Diskettenstation. Die Tastatur erinnert ihn an unsere alte Schreibmaschine, und der Fernseher ist Mattscheibe. Heute wie damals.

Das ist nun 25 Jahre her. Was müssen Schulkinder heute schreiben und beschreiben? Und was kommt dabei heraus? Sind solche Aufgaben nicht doch vielleicht etwas am Horizont von Neunjährigen vorbei ... heute wie damals? Ich frage ja nur.

Karin Pfeiffer

 

 

 
03. November 2010
Was wohl aus Hubert geworden ist?
Kategorie: Anekdoten

Das Hausaufgabenheft

Die Hände ballten sich zu Fäusten, die jetzt wie im Fieber zuckten. Der schmächtige Junge hob die Arme leicht an. Ruckartig schleuderte er die Ellenbogen auf und nieder, so, als ob er wegfliegen wolle. Oder kämpfen. Heftig und mit unkoordinierten Schlägen hämmerten die kleinen Fäuste gegen die Hosentaschen. Im Gesicht des Knaben arbeitete es; die Mundwinkel tanzten, die Augenbrauen sträubten sich borstig, stiegen empor, schoben die Nasenwurzelhaut zu einem Faltengebirge zusammen; um den Mund zuckte es, sein Blick flackerte, während die Augen einen glasigen Schimmer bekamen. Man konnte förmlich sehen, welch schauriges Gewitter hinter seiner Stirne tobte.
Also verzichtete ich auf einen Eintrag in das Hausaufgabenheft und händigte es ihm wieder aus. Hubert nahm es flugs an sich und sagte, immer noch sehr erregt: »Sonst bekomm' ich wieder furchtbare Schläge.«

Das war 1984 in einem ersten Schuljahr. Was mag wohl aus Hubert geworden sein?


Foto: pixelio

 

 

 
01. Juli 2007
Vom Lesen
Kategorien: Anekdoten | Schule

Jakob Stutz lebte im 19. Jahrhundert. Er hat seine Lebenserinnerungen aufgeschrieben. Wir lesen, wie er, nachdem er seine Eltern verloren hatte, mit achtzehn Jahren für einige Zeit ins Pfarrhaus kam, um Unterricht in der deutschen Sprache zu erhalten. Er sollte Schulmeister werden. Eines Tages überreichte ihm der Pfarrer ein Geographiebuch der Schweiz und fordert ihn auf, darin zu lesen. Jakob Stutz setzte sich in der Stube ans Fenster und las sehr laut – denn anders zu lesen wusste er nicht, und störte damit sowohl den Pfarrer bei seiner Verrichtung als auch die Frau Pfarrerin. Dem Pfarrer ging endlich die Geduld aus: „Ob man so närrisch thun müsse? Ob ich nicht wisse, dass man auch mit geschlossenem Mund ohne einen Laut zu hören, die Worte nur in Gedanken lesen könne?"

aus: Schweizer Monatshefte Nr. 03/04 2007, Seite 38


Nach oben

Tagebucharchiv:
Februar 2017
November 2016
September 2016
Mai 2016
April 2016
März 2016
Februar 2016
Januar 2016
November 2015
Oktober 2015
August 2015
Juli 2015
Juni 2015
Mai 2015
März 2015
Februar 2015
Januar 2015
Dezember 2014
November 2014
Oktober 2014
September 2014
August 2014
Juli 2014
Mai 2014
März 2014
Januar 2014
Dezember 2013
November 2013
Oktober 2013
September 2013
August 2013
Juli 2013
Juni 2013
April 2013
März 2013
Februar 2013
Januar 2013
Dezember 2012
November 2012
Oktober 2012
September 2012
August 2012
Juli 2012
Juni 2012
Mai 2012
April 2012
März 2012
Februar 2012
Januar 2012
Dezember 2011
November 2011
Oktober 2011
September 2011
August 2011
Juli 2011
Juni 2011
Mai 2011
April 2011
März 2011
Februar 2011
Januar 2011
Dezember 2010
November 2010
Oktober 2010
September 2010
August 2010
Juli 2010
Juni 2010
Mai 2010
April 2010
März 2010
Februar 2010
Januar 2010
Dezember 2009
November 2009
Oktober 2009
September 2009
August 2009
Juli 2009
Juni 2009
Mai 2009
April 2009
März 2009
Februar 2009
Januar 2009
Dezember 2008
November 2008
Oktober 2008
September 2008
August 2008
Juli 2008
Juni 2008
Mai 2008
April 2008
März 2008
Februar 2008
Januar 2008
Dezember 2007
November 2007
Oktober 2007
September 2007
August 2007
Juli 2007
März 2007
Februar 2007
Januar 2007
Dezember 2006
November 2006
Oktober 2006
September 2006

Veranstaltungen:



[ Seite weiterempfehlen | Seite zu Favoriten hinzufügen | Druckversion dieser Seite anzeigen ]