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Archiv: August 2011

 
30. August 2011
Eine Minute im Leben eines Kindes
Kategorie: Anekdoten

Abkühlung

Der kleine Bub klettert behende auf allen Vieren die hohe Steintreppe zur Haustür hoch. Oben angekommen, richtet er sich schwankend auf. Seine noch ungeschickten Händchen greifen nach den Blüten, die an langen Stengeln aus einem Trog herabhängen.
Die junge Frau tritt aus der Haustür, erblickt das Kind und ruft: »Mama, der Jimmy!«
Die ältere Frau humpelt aus dem Garten um die Hausecke. Sie erschrickt sichtbar: »Jimmy!«
Oben steht hoch aufgerichtet die junge Frau. Sie fährt sich mit der Linken durch das schulterlange Haar, wirft kokett den Kopf zurück, rückt mit der Rechten den Riemen der zierlichen Handtasche zurecht.
Die ältere Frau steht unten. »Bring ihn mit herunter«, bittet sie.
Die jüngere wirft die Haustür hinter sich ins Schloß. Schon setzt sie den Fuß auf die erste Treppenstufe. Ein kühler Wind streicht um die Hausfront an diesem heißen Sommertag, als sie sagt: »Hol ihn gefälligst selbst.«

Karin Pfeiffer


foto: Daroom / pixelio
 
 

 

 
26. August 2011
Erleichterungspädagogik
Kategorien: Schule | Erziehung

 »Es ist bedauerlich, daß man den Kindern heute alles erleichtern will, nicht nur jedes Lernen, jede Aneignung von Kenntnissen, sondern selbst das Spiel, und die Spielsachen sollen dazu beitragen. Kaum beginnt das Kind die ersten Worte zu lallen, da ist man schon bemüht, ihm alles zu erleichtern. Die ganze Pädagogik kennt jetzt nur noch die Sorge um die Erleichterung. Eine solche Erleichterung ist aber mitunter keineswegs eine Förderung der Entwicklung, sondern im Gegenteil eine Verleitung zu Oberflächlichkeit, gewissermaßen eine Abstumpfung. Ein paar Gedanken, ein paar Eindrücke, die der Mensch in der Kindheit aus eigener Kraft (ja, meinetwegen auch unter Schmerzen) tiefer erlebt hat, werden das Kind viel tiefer mit dem Leben vertraut machen, als es jede erleichterte Schule tun könnte, aus der denn auch in der Regel nichts Persönliches hervorgeht, weder dies noch das, weder Gutes noch Böses, selbst im Laster nichts Lasterhaftes und auch in der Tugend nichts Tugendhaftes.«

Diese Zeilen stammen nicht, wie man vermuten könnte, von einem Zeitgenossen. Sie wurden vor rund 150 Jahren zu Papier gebracht. Urheber ist der russische Philosoph und Dichter Dichter Fjodor Michailowitsch Dostojewskij. (1821 - 1881)

 

 
 
20. August 2011
Buch, Bildung, Bildschirm
Kategorien: Schule | Erziehung

Als ich heute meine Morgenrunde ging — ich richte mich da nach den Bedürfnissen meines Hundes — begegnete ich der Nachbarin, die ebenfalls mit ihrem Vierbeiner unterwegs war. Wir sprachen dies und das und landeten dann beim Thema Kinder. Meine Nachbarin berichtete mir von einem ihrer Bekannten, deren Dreijähriger bereits einen Computer besäße. »Aber keinen Babycomputer, so'n Plastikdings, sondern einen richtigen.« Sie fände dies überflüssig. Ein Kind müsse doch zuerst einmal mit den realen Dingen des Lebens konfrontiert werden. Ich stimmte ihr zu. Diesen Beitrag zu Ende lesen »

 
15. August 2011
Wissenschaftliche Erkenntnisse
Kategorie: Humor

Etliche Jahre intensiver Forschungsarbeit wurden investiert, um das Geheimnis der menschlichen Fortbewegung zu lüften. In diesen Tagen ist der entscheidende Erkenntnisdurchbruch gelungen. Man hat herausgefunden, daß der Mensch beim Gehen immer einen Fuß vor den anderen setzt, und dies in konsequentem Wechsel. Endlich wissen wir, was »Gehen« ist.

Karin Pfeiffer

 
 

 

 
07. August 2011
Rette sich, wer kann!
Kategorie: Humor

Wenn der Bäcker den Kunden die Haare schneidet und in Buchhandlungen Fahrräder verkauft werden, wenn in der Schneiderei Schönheitsoperationen durchgeführt und im Elektrizitätswerk Eiswaffeln herstellt werden, wenn Zahnärzte Opern singen und Politiker Vorträge zur Pädagogik halten, dann rette sich, wer kann.

Karin Pfeiffer

 
 

 

 
02. August 2011
Umfrage zur Rechtschreibreform
Kategorie: Schriftkultur
 

Mehrheit lehnt die Rechtschreibreform weiter ab

München (RP). 15 Jahre nach ihrer Einführung wird die Rechtschreibreform immer noch von einer Mehrheit der Deutschen abgelehnt. Dies ergab eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts TNS Emnid, das im Auftrag des "Focus" 1001 ausgewählte Personen befragte. Demnach wird die Reform von 1996 nur von einem Drittel der Bevölkerung begrüßt, 62 Prozent halten sie weiterhin für falsch. Das Interesse an korrekter Rechtschreibung sei nach wie vor ungebrochen hoch: Lediglich 15 Prozent halten sie für überflüssig, dagegen ist sie für 85 Prozent der Befragten wichtig. Mehr als die Hälfte der Deutschen (52 Prozent) gaben an, dass Rechtschreibung in ihrem Alltag eine große Rolle spiele.
 
Quelle: Mehrheit lehnt die Rechtschreibreform weiter ab (RP ONLINE, 01.08.2011) >RP ONLINE
 
 
Schriftsprache und Denken – Teil I
Kategorie: Schriftkultur


foto: birgitH / pixelio 

Die Schrift fördert das Sprachverständnis

Schriftsprache und Denken – Teil I
von Karin Pfeiffer

Durch Schreiben gewinnt man Gedankenklarheit. Der fertige Text ist eher ein Nebenprodukt des Schreibens, weshalb es auch nicht darauf ankommt, Texte möglichst schnell und leicht produzieren zu können, wie es die Trendpädagogik fordert. Was das Schreiben für uns so wertvoll macht, ist der Schreibprozeß selbst. Er setzt die geistige Auseinandersetzung mit einem Thema in Gang, also das, was wir gemeinhin als Denken bezeichnen. Dem Denken werden durch das Schreiben Zügel angelegt. Dies kommt der inhaltlichen Genauigkeit in der kognitiven Auseinandersetzung mit der Welt zugute. Sprache ist das Medium des Denkens. Der menschliche Verstand hat sich parallel zur Fähigkeit, den Dingen Namen zu geben, entwickelt. Während jedoch das gesprochene Wort allzu schnell verweht, zwingt die Niederschrift zum geistigen Verharren und Reflektieren. Das ist die Geburtsstunde des Verstehens, der Vernunft. Seine Kontur und Begriffsschärfe gewinnt das menschliche Denken allein durch die Niederschrift. Wissenschaft wurzelt im geschriebenen Wort. Die erste und wichtigste Aufgabe der Schule besteht daher in der geduldigen Unterweisung aller Kinder im Lesen und Schreiben. Maßnahmen zur Beschleunigung und Abkürzung des Lernvorgangs, sind nicht nur sinnlos, sondern schädlich. Ein Plädoyer für die Besinnung auf eine realistische Unterrichtskultur in der Grundschule. Diesen Beitrag zu Ende lesen »


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